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Gesundheit und Wellness in Nordrhein-Westfalen

Entspannung und Training im kühlen Nass

Und es ist mal wieder so weit: Mit jedem ersten Januar eines neuen Jahres schwören hunderttausende Bundesbürger dem Rauchen oder übermäßigem Alkoholgenuss ab, planen Millionen von vollkommen normal geformten und attraktiven Frauen, bis auf Weiteres auf Schokolade und Co. zu verzichten um abzunehmen, versprechen sich zig und aber zig Couchpotatoes, endlich aktiv zu werden, endlich mal rauszugehen ins Leben, endlich mal SPORT zu treiben. Jedes Jahr. Immer wieder.

Tja, aber spätestens am ersten Februar ist dann meistens Schluss mit den Guten Vorsätzen. Der Ausreden gibt es viele, sie sind so mannigfaltig und klingen vollkommen logisch, aber sie sind und bleiben Ausreden: Der Job ist zu stressig (so kurz nach den Feiertagen ist eben viel zu tun!), das ganze angesparte Geld (falls überhaupt vorhanden, schließlich haben auch schon die Wüstenscheichs Konkurs angesagt!) ist für Weihnachtsgeschenke oder die knallige Silvesterparty drauf gegangen, und überhaupt: wer hat schon Zeit, ins Fitnessstudio zu rennen, wo doch so viel Anderes gemacht werden muss? Immerhin tauschen sich die unpassenden Weihnachtspräsente nicht von alleine um! Ich sehe es also als meine Pflicht als Redakteurin eines Sportmagazins an, Aufklärungsarbeit zu leisten. Bedauerlicherweise gehöre aber auch ich zu den oben beschriebenen Individuen, deren eisenharte Disziplin beim bloßen Gedanken an regelmäßige Körperertüchtigung schon zuhause wie ein Kartenhaus in sich zusammen fällt. Die, anstatt sich einfach aufzuraffen, lieber vor dem Fernseher hocken und sich kreative Rechtfertigungen für ihre Unlust einfallen lassen!

Doch glücklicherweise ist der Mensch ja ein Herdentier. Und immer wieder gibt es Freunde, die durch Schmeicheleien („Du siehst doch so schick aus in dem neuen Badeanzug!“), Bestechungen („...und dann gehen wir hinterher noch lecker Sushi essen“) oder gar emotionale Erpressung („muss ich dich daran erinnern, dass du mir hoch und heilig versprochen hast mitzukommen?“) Einfluss nehmen auf die ach so eingerostete Willensstärke. Und es tatsächlich schaffen, dass man zustimmt. Natürlich darf es für den Anfang nix zu Schweißtreibendes sein! Eher etwas, das man in irgendeiner Weise schon mal versucht hat, das Spaß macht und einem nicht gleich den ersten Muskelkater des Jahres beschert. Dabei bietet sich ein bestimmtes Element geradezu aufdringlich an: Wasser! Wer ist als Kind nicht gern baden gegangen, hat im Wasser herumgetollt wie ein junger Delphin und mit diversen Requisiten wie Bällen, Schwimmreifen oder Flossen das Ganze noch aufgepeppt? Auf also zur AquaFitness!

Jetzt kann mein geschultes Reporterohr doch tatsächlich die mentalen Zahnräder in den Köpfen meiner Leser knirschen hören: AquaFitness? Ältere Herrschaften in Badeanzügen aus dem vorletzten Jahrhundert und schicken Badehauben strampeln sich zu „I`ve been looking for freedom“ die Seele aus dem Leib – und da soll ich mitmachen? Jaja, was wären wir ohne Vorurteile? Tatsächlich ist AquaFitness keineswegs nur etwas für die älteren Semester! Schauen wir doch mal auf die bunter Angebotspalette: da gibt es AuqaJogging – trainiert die Beinmuskeln und wird deshalb auch gern von Profischwimmern betrieben – sozusagen Wassertreten für Fortgeschrittene! Außerdem AuqaGymnastik – schon mal Dehnübungen im Wasser versucht, ohne unterzugehen? – gar nicht so einfach! Das braucht nicht nur straffe Muskeln, sondern Balance und Rhythmusgefühl! (Leute, die schon mal ein Wasserballett gesehen haben, werden da zustimmen!) AquaAerobic ist vermutlich noch ein wenig anspruchsvoller – schließlich ist eine Aerobicstunde ja auch nichts für Weicheier! Und zu fetziger Musik (David Hasselhoff lassen wir da mal lieber weg!) fliegen die Pfunde wie nix. Last, but not least: AquaPower. Noch ein wenig härter, noch ein wenig anstrengender, noch ein wenig mehr. Und das Allerbeste daran: das alles passiert im Wasser! Was bedeutet, man schwitzt nicht, man fühlt sich so leicht, als würde man fliegen, man kann herrlich schön herumplanschen und verbrennt sogar noch `ne ganze Menge Kalorien dabei!
Und dann die Requisiten: Poolnudel, Gewichte an Beinen oder Armen, Reifen, Schwimmbretter und Bleihandschuhe – es sieht vielleicht einfach aus, aber tatsächlich trainiert AquaFitness sämtliche Körperpartien auf einmal!

Doch da all das immer noch nicht genug zu sein scheint, haben sich kreative Köpfe jetzt etwas ganz Neues einfallen lassen: AquaGolf! Durch Abschlagtraining im Wasser mit speziellen AquaSchlägern verbessert sich Kondition, Koordination und Konzentration, wird Kraft besonders wirbelsäulen-, gelenk- und bänderschonend aufgebaut - ein neuer Trend für Anfänger, Freizeit- oder Leistungssportler, die auf dem Grün glänzen wollen. (Und die Wahrscheinlichkeit, mit einem heftig geschlagenen Golfball eine ahnungslos dahin segelnde Taube zu treffen, sind im Wasser eher gering!)

Nun mal ein Wort zu den Kosten: Viele Krankenkassen finanzieren AquaFitness-Kurse zu einem großen Teil als Präventionsmaßnahme gegen Verschleißerkrankungen oder Knochenprobleme, oder auch als Therapieform. Einfach mal nachfragen! Dem Wasser wird schließlich schon seit Jahrtausenden eine wohltuende Wirkung zugeschrieben. Und nichts ist entspannender, als sich nach einer angenehm anstrengenden Stunde AquaFitness völlig relaxt und losgelöst auf dem Wasser treiben zu lassen, jeden Muskel im Leib leise pochen zu hören und sich freuen zu können, dass man etwas für seinen Körper getan hat. Also, werfen wir die überalteten Vorurteile gegen AquaFitness wortwörtlich über Bord und genießen einfach mal die etwas andere Trainingsstunde! Viel Spaß!

Tina „Bikini Bottom“ Mottok

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