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Kolumne
Betrauerringt
Michael Schumacher beendet seine Formel-1-Karriere. Ganz Deutschland weint. Ganz Deutschland? Nein, zwei funtasten in Berlin . . .
Es ist vorbei. Michael Schumacher beendet sein nach Titeln gemessen durchaus akzeptables Tun in der Formel 1. Und während ganz Deutschland aufseufzt als wäre dieser Mann bereits gestorben, wundern wir uns. Wundern uns über den Hype um diesen Mann und den Grad der Trauer wegen seines Rücktritts.
Denn: Was wird uns fehlen? Autorennen? Davon gibt’s jeden Tag im Berliner Straßenverkehr mehr als genug. Geld? Wird eher mehr, weil Herr Schumacher ja keine 35 Millionen Euro Jahressalär mehr beziehen wird. Atemluft? Wird auch eher besser. Vielleicht fährt Schumachers Nachfolger ja ein bisschen langsamer und damit umweltschonender.
Warum also hängen Ferrari-Flaggen auf Halbmast? Warum sind so viele deutsche Augen finsterst betrauerringt? Weil jemand nicht mehr im Kreis herum fährt? Unglaublich, unfassbar geradezu.
Ohne Neid auf seine zahlreichen Weltmeisterschaften und sein überdimensioniertes Honorar – Michael Schumacher bleibt mir nur in einer Hinsicht im Gedächtnis. Als großzügiger Spender für viele gute Sachen. Aber das Geld hat er über seinen steuerlich günstigeren Wohnsitz in der Schweiz wahrscheinlich wieder rein bekommen. Und: Auch andere Menschen waren spendabel. Menschen, die zudem deutlich länger gearbeitet haben und bei denen niemand geweint hat, als sie in Rente gingen.
Es ist vorbei. Michael Schumacher beendet seine Formel-1-Karriere. Ich bin froh, dass ich sein Gesicht nicht mehr im Fernsehen sehen muss. Und wer weiß: Er vielleicht auch . . .
mbu.
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