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Kolumne
Gummipuppen-Rafting
Russische Romantik im Wildwasser oder warum man die Gefährtin gut aufblasen sollte!
Rafting ist ja an sich schon eine sehr eigenwillige Form der Selbstkasteiung. Da steigen mehrere, meist jüngere Menschen mit Schwimmwesten, Sturzhelm und Paddel bewehrt in ein Schlauchboot, um sich dann auf Wildwasserflüssen zwischen massivem Felsgestein mal so richtig durchschütteln zu lassen. Nix mit romantischer Ruderpartie und trautem Stelldichein in der Mitte des Sees.
Nun ist man im beseelten Russland, genauer gesagt an dem Fluss Vuoksa in der Nähe St. Petersburgs, vielleicht einfach gefühlsbetonter veranlagt als anderswo auf der Welt. Jedenfalls hat man hier augenscheinlich den Versuch unternommen, den romantischen Aspekt in diese wilde Sportart zurückzuholen.
Zum zweiten Mal wurde im August die „Bubble Baba Challenge“ ausgerufen. Für Nichtkenner der Materie: Ein Rafting-Wettbewerb auf – Gummisexpuppen! Menschen beiderlei Geschlechts, die älter als 16 Jahre sind, dürfen sich mit ihrer Gummigefährtin ins Wildwasser werfen und eng umschlungen dem Auf und Ab des Wellengangs frönen.
Nicht zu sehr allerdings befand die Wettbewerbsjury und disqualifizierte den Teilnehmer Igor Osipov wegen sexuellen Missbrauchs seines Sportgeräts. Er war durch seinen höchst unorthodoxen Schwimmstil aufgefallen, wurde aufgefordert, das Wasser zu verlassen, hatte aber zu diesem Zeitpunkt bereits offensichtliche Spuren sexueller Aktivität auf seiner aufblasbaren Partnerin hinterlassen.
Während die Organisatoren die Disqualifikation mit der einleuchtenden Begründung versahen, aufblasbare Sexgummipuppen seien nur zum Schwimmen da, dürften die Sponsoren dieses luftigen Events der bösen Tat deutlich mehr Wohlwollen entgegengebracht haben. Schließlich rekrutierten die sich in großer Zahl aus Besitzern russischer Sex Shops.
L.
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