Meister werden ist schön!
Die Eisbären sind Meister! Warum? Ganz einfach: Sie haben zu oft in Unterzahl gespielt!
„Wir spielen Finale! Und was macht ihr über Ostern?“ So sangen die Eisbärenfans nach dem letzten Halbfinal-Spiel gegen die Hannover Scorpions. Und es sollten wirklich frohe Ostern werden. Die Eisbären schafften nämlich das, was in der 12-jährigen Geschichte der Deutschen Eishockeyliga DEL erst einem Team gelungen war. Sie wiederholten ihren Titelgewinn. Die Eisbären-Play-Off-Bilanz in den beiden Meister-Jahren ist für die Mitkonkurrenten erschreckend. 23 Spiele, 20 Siege, 93:48 Tore. Und sie wurden in beiden Jahren von Runde zu Runde besser.
Während im letzten Jahr noch die Mannheimer per „Sweep“ in die Sommerpause geschickt wurden, war diesmal den MetroStars aus Düsseldorf diese doch recht zweifelhafte Ehre zuteil. 6:1, 2:0 und 6:2 waren am Ende die nackten Zahlen dieser ziemlich eindeutigen Finalserie.
Nach den ersten beiden Spielen stand die DEG am Ostermontag im Hohenschönhausener Wellblechpalast mit dem Rücken an der Wand. Sie suchten ihr Heil in der Offensive und wurden dafür auch belohnt. Die 2:1-Führung der Rheinstädter nach dem ersten Drittel wandelten die Berliner in ein 5:2 nach 40 Minuten um.
Im letzten Drittel setzte Düsseldorfs Trainer Don Jackson alles auf eine Karte und nahm gleich zu Beginn den Torwart vom Eis, um eine Überzahl zu schaffen. Die Folge war das 2:6 und ein weiterhin leerer Kasten. Andrei Trefilov muss sich im letzten Drittel gefühlt haben wie ein normaler Feldspieler, weil er so oft über die Bande hüpfen musste.
Die Fans beider Seiten sahen es mit Humor. Skandierten die Berliner „Ihr habt den Torwart vergessen“, gab es aus dem Düsseldorfer Block spontan die Antwort: „Ohne Torwart macht es viel mehr Spaß.“ Dass die DEG aus dieser zahlenmäßigen Überlegenheit keinen Vorteil ziehen konnte, lag zum einen am schlechten Powerplay und zum anderen am überragenden Tomas Pöpperle, der sich in jeden Puck warf, der auf sein Gehäuse zukam. Don Jackson ließ sein Team 10:41 Minuten ohne Goalie spielen und stellte damit wahrscheinlich einen DEL-Rekord auf. Rein statistisch gesehen war es von Jackson aber die falsche Herangehensweise. Schließlich sind die Berliner in den Play-Offs nicht umsonst das beste Unterzahlteam. Am Ende blieb es beim 6:2 für die Eisbären und die Feierlichkeiten konnten beginnen.
Der Hauptgrund für den deutlichen Erfolg der Hauptstädter waren die Special-Teams, d.h. das Über- und Unterzahlspiel. Acht der 14 Final-Treffer wurden in numerischer Überzahl erzielt. Nur einmal in der gesamten Finalserie konnten die Düsseldorfer die Berliner Abwehr in Überzahl überwinden. Wenn also die Eisbären eine Strafe kassierten und in Unterzahl waren, war die Gefahr eines Gegentores gleich viel kleiner. Insofern war der bei Eishockeyfans sehr umstrittene Schiri Rick Looker ein Heimschiedsrichter, schickte er doch ziemlich oft einen Eisbären-Spieler auf die Strafbank.
Dass die Eisbären mit dem jüngsten Team der Liga erneut Meister wurden, lag aber auch an der konsequenten Arbeit von Trainer Pierre Pagé, der die Jugendarbeit stetig vorangetrieben hat und den jungen Spielern viel Eiszeit gab. Spieler wie Gawlik, Busch, Hördler und Rankel sind nur einige Garanten für den erneuten Titelgewinn.
Zum Schluss noch ein Wort zu den Fans beider Mannschaften. In allen drei Spielen war die Stimmung gigantisch und am Ende wurden beide (!) Teams von beiden (!) Fanseiten gefeiert. So soll es im Sport sein.
MiWi.
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