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Kolumne

Sport in Nordrhein-Westfalen / Sportanlagen in Nordrhein-Westfalen - Olympische Nörgelei

Olympische Nörgelei

„Hier lebt die Leidenschaft“ war das Motto von Turin. Aber recht zurückgezogen, bemerkten viele Athleten...
Heimlich, still und leise ist die olympische Flamme während des großen Abschlussfeierspektakels im Olympiastadion verloschen. Kaum einer der Zuschauer hatte den Vorgang bemerkt, da war’s auch schon dunkel. Vielmehr war man mit dem karnevalistischen Treiben in der Stadionmitte beschäftigt oder wippte leidenschaftlich zu den sexy Rhyhtmen eines Ricci Martin.
Am Ende hatten sich jedenfalls alle wieder lieb. Artig wurden die „Complimenti“ von IOC-Präsident Jaques Rogge an die Veranstalter verteilt und dann stand irgendwie auch schon wieder Vancouver 2010 auf dem Programm.

Dabei boten die Spiele von Turin reichlich Anlass zur Nörgelei oder doch immerhin zu der einen oder anderen kritischen Anmerkung. Es ist doch höchst bedauerlich, wenn diverse Wettkämpfe der wichtigsten sportlichen Veranstaltung der Welt nahezu vor einer Geisterkulisse ausgetragen wurden. Zum einen weil die Karten schlicht zu teuer waren oder nur in Kombinationen gekauft werden konnten. Wollte man Eishockey sehen, durfte man gleich noch Curling, Eistanz und Short Track mit erwerben. Zum anderen lagen viele Austragungsorte sehr weit außerhalb und ließen sich aufgrund schwieriger Verkehrsverhältnisse nur schlecht erreichen.

Dass die Sicherheitsvorkehrungen heutzutage beträchtlich sein müssen, leuchtet jedem ein. Dass aber selbst der Hund eines weltberühmten Skifahrers eine eigene Akkreditierungsprozedur über sich ergehen lassen muss, um Herrchen zum Wettkampfort begleiten zu können, ist ein Stück aus dem Tollhaus.

Dass es noch immer diesen unsinnigen Medaillenspiegel der Nationen gibt, der an sich schon dem olympischen Grundgedanken der Völkerverbindung durch Sport widerspricht, wird längst nicht mehr hinterfragt.

Es ließen sich wohl weitere Punkte anführen, allerdings kämen wir irgendwann selbst in Erklärungsnot. Schließlich waren wir es doch, die sechs Stunden am Tag vor dem Fernseher mitgefiebert haben und das Gleiche 2010 in Vancouver selbstverständlich auch wieder tun werden. Also meckern wir lieber nur ein bisschen und wenn in vier Jahren der ARD-Kraftprotz Waldemar „Waldi“ Hartmann endlich seinen Platz für Monika Lierhaus frei gemacht hat, dann wird auch alles gut!

L.

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