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Kolumne

Sport in Nordrhein-Westfalen / Sportanlagen in Nordrhein-Westfalen - Lachyoga

Lachyoga

Richtig lachen will geübt sein oder Witz komm raus, du bist umzingelt!

Hoho – hahaha, hoho – hahaha!
Man fühlt den entspannenden Rhythmus sogar schon beim Lesen. Zur inneren Erbauung sollte adäquat dazu in die Hände geklatscht werden. Wer mit einem unmusikalischen Naturell gestraft ist, möge sich einfach an die 68er-Generation und den Schlachtruf „Ho, Ho, Ho Chi Minh“ zu Ehren des gleichnamigen vietnamesischen Revolutionärs erinnern, schon weiß man, wie es sich anhören soll.

Die Bewegung der Lachyoga-Anhänger steht wieder mal kurz vor ihrem alljährlichen Höhepunkt. Am ersten Sonntag im Mai wird weltweit – und selbstverständlich auch in Berlin – der Weltlachtag begangen. Aber komisch ist das zunächst mal gar nicht! Denn das grundlose Lachen ohne Zuhilfenahme von Witzen oder ähnlichem Firlefanz ist der eigentliche Quell von Freude, Entspannung und Gesundheit. Mit anderen Worten, man benötigt keinerlei Humor, um ein guter Lachyogi zu werden, das gegenstandslose Lachen bricht sich früher oder später Bahn und wird durch Blickkontakt mit Gleichgesinnten zu einem echten, erfüllt aber notfalls auch vorher schon seinen Zweck.

Und der ist bemerkenswert! Die Ergebnisse der Lachforschung (Gelotologie) bestätigen, was der regelmäßige Lächler und Lacher intuitiv längst weiß: Lachen ist gesund, es setzt schmerzstillende Substanzen frei, aktiviert das Immunsystem, macht sich zum größten Feind stressbedingter Schlappheit und über die positiven Auswirkungen auf die Psyche kann man dicke Bücher lesen. Wer an einem 45-minütigen Lachyoga-Seminar teilnimmt, geht höchstwahrscheinlich mit einer positiveren Grundstimmung und einem freieren, kreativeren Geist nach Hause. Aber das Lachen will natürlich ernst genommen sein, umso mehr da man sich in einer Gruppe quietschfideler, beständig in die Hände klatschender Menschen gern dem öffentlichen Verdacht grassierender Debilität ausgesetzt findet.
Geschuldet ist diese Bewegung übrigens dem praktischen Arzt Madan Kataria aus dem indischen Bombay (Mumbai), der verschiedene Yogatechniken mit Lachübungen verband und bereits 1995 den ersten Lachclub der Welt gründete.

Das aber nur am Rande, jetzt gilt es dem Weltlachtag nicht nur entgegenzufiebern, sondern aktiv daran teilzunehmen. Also raus auf die Straße, greift eure nächsten misslaunigen Mitmenschen, klatscht gemeinsam in die Hände und lacht euch ein dickes, gesundes Loch in den Bauch. Und lasst euch dabei auf gar keinen Fall von abfälligen Seitenblicken irritieren, auch die größten Revolutionäre mussten einen Schwall von Ignoranz und Unverständnis über sich ergehen lassen, bevor sie der Welt ihren Stempel aufdrücken konnten. Hoho – hahaha! Hoho – hahaha!

L.

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