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Kolumne

Sport in Nordrhein-Westfalen / Sportanlagen in Nordrhein-Westfalen - Aus der Schattenwelt des Sports…

Aus der Schattenwelt des Sports…

…heraustreten! Von der Suche nach Aufmerksamkeit in den Randgebieten des Sportgeschehens.

Für jeden halbwegs an Sport Interessierten wird das Jahr 2008 zweifellos ein unvergessliches. Fußball-Europameisterschaft und Olympische Spiele im winzigen Abstand von gerade mal zwei Monaten, da kann man sich doch im Grunde von Juni bis August krankschreiben lassen. Hockt man eh nur vor dem Fernseher bzw. vorm Live-Ticker am Rechner.

Aber wie immer kommen in einem solchen Jahr jene Sportarten zu kurz, die ohnehin nur ein Schattendasein fristen, praktisch die Walnüsse auf dem weihnachtlichen Gabenteller: irgendwie eben auch dabei! Eine völlig unangebrachte Vernachlässigung natürlich, der gar nicht scharf genug entgegnet werden kann.

Die Rennrodler beispielsweise, an deren Wagemut und Draufgängertum nicht der geringste Zweifel bestehen kann, haben in ihrer verzweifelten Suche nach Aufmerksamkeit Europameisterschaft und Weltmeisterschaft nicht nur ins gleiche Jahr, sondern gar in den gleichen Monat verlegt. Jetzt im Januar stürzt man sich zunächst in Italien und etwas später im deutschen Oberhof die Bahn hinab.

Im April kämpfen Judoka und Badmintonspieler nicht nur um europäische Medaillen, sondern auch um öffentliche Anerkennung. Müssen sich dabei aber noch gegen Weltmeisterschaften im Polo und Kurzbahnschwimmen behaupten. Triathlon, Karate, Leichtathletik, Squash oder Ringen, kaum eine Sportart, die in diesem Jahr nicht ihren Welt- oder immerhin Europameister kürt, aber kaum einer merkt’s.

Und wer bitte weiß denn, dass wir im Jahr der Olympischen Spiele von Peking eine weitere Olympiade haben, sogar in Deutschland? Bereits zum 40. Mal findet nämlich der bedeutendste Mannschaftswettbewerb im Schach im November statt, und zwar in Dresden.

Ein Missstand, den wir an dieser Stelle fast schon traditionell anprangern, und den wir mit den Mitteln der Kolumne auch im Jahr 2008 wieder aufs Schärfste bekämpfen wollen. In diesem Sinne: Prost Neujahr!

L.

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