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Kolumne

Sport in Nordrhein-Westfalen / Sportanlagen in Nordrhein-Westfalen - Stampede!!!

Stampede!!!

Wie ein paar Gutmenschen der belgischen Anti-Doping-Agentur eine Massenpanik bei den Bodybuilding-Meisterschaften auslösten oder wie eine (v)erkannte Freizeitsportart um ihr Leben rennt …

In der Regel hat eine Stampede, im Deutschen unter Herdenpanik bekannt, keinen spezifischen Auslöser. Tiere unterschiedlicher Art schließen sich spontan zu einem hysterischen Amoklauf zusammen und rennen völlig verängstigt alles in Grund und Boden, was nicht rechtzeitig aus dem Weg gekommen ist. Sollte sich bedauerlicherweise eine Klippe oder ähnliches auf der Strecke auftun, entleibt sich eine solch aufgebrachte Gemeinschaft auch schon mal durch Absturz in die Schlucht.

Bislang waren Stampedes eher in den Steppen Afrikas oder den Prärien Nordamerikas zu beobachten, wo Gnus und Zebras oder früher die Bisons gemeinsam die Nerven verloren. Vor ein paar Tagen ist nun auch in Belgien ein ähnliches Phänomen aufgetreten. Genauer gesagt, bei den belgischen Bodybuilding-Meisterschaften, die einer solchen Herdenpanik zum Opfer fielen. Allerdings munkelt man, in Belgien habe es doch einen sehr spezifischen Auslöser gegeben ...

Was war passiert? 20 überproportionierte junge Herren hatten sich zu den besagten Meisterschaften der muskulösesten Körper angemeldet und wochenlang ganze Choreographien von Posen einstudiert, als die belgische Anti-Doping-Agentur unangekündigt ebenfalls ihre Teilnahme an der Veranstaltung signalisierte – Herdenpanik!

Innerhalb von Sekunden stürzte dieses kleine, aber kraftvolle Grüppchen panikerfüllt und Hals über Kopf vom Ort des Geschehens und überrannte alles, was ihm vor die Füße kam – alle 20 gemeldeten Sportler. Mit viel Glück blieben alle Mitglieder der Anti-Doping-Abordnung unverletzt, einer der Ärzte jedoch bekannte, noch nichts Vergleichbares in seiner Karriere erlebt zu haben. Aufgrund der Abwesenheit sämtlicher Teilnehmer wurde die Meisterschaft abgesagt.

Kritische Geister stellen die Maßnahme der Anti-Doping-Agentur infrage, schließlich überprüfe man bei Schwimmwettbewerben ja auch nicht, ob Wasser im Becken sei. Ein Umdenken in der Doping-Frage ist hier freilich nicht zu erwarten.
Ob die Bodybuilder-Herde inzwischen angehalten hat, oder ob die Läufer auf dem Weg eine Schlucht übersehen haben, ist derzeit nicht mit Bestimmtheit zu sagen, ganz sicher jedoch wird dieses Naturereignis eine stets missverstandene und vernachlässigte Sportart endlich wieder ins rechte Licht rücken. Und wer weiß, vielleicht schaffen es die nächsten Bodybuilding-Weltmeisterschaften ja ins Vorprogramm der Tour de France und bekommen die Aufmerksamkeit, die dieser nach Großem und Größtem strebenden Freizeitsportart einfach zusteht.

L.

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